Das Sozialzentrum Lichtblick im Jahr 2016

Ordnung und Strukturen schaffen in stürmischen Zeiten

Ausgangslage in lserlohn:
lm letzten Halbjahr 2015und auch noch zu Beginn des Jahres 2016 stand die Stadt lserlohn vor der großen Herausforderung, eine Vielzahl neuer Flüchtlinge aufzunehmen. Mitte des Jahres lebten in der Stadt, überwiegend im Zentrum, ca. 600 Flüchtlinge. Bis Ende des Jahres 2015 stieg die Zahl auf über 1000 und in 2016 nochmals auf teilweise 1400, aktuell ca.1.200 Personen an. Die tatsachliche Zahl in lserlohn lebender Menschen mit aktueller Fluchtgeschichte liegt deutlich höher, da hier nur die Personen gezählt werden, die sich noch im Asylverfahren befinden.

Lichtblick Kafee und KuchenAusgangslage im Sozialzentrum :
Das Team des Sozialzentrums hat sich dieser Herausforderung gestellt. Die neu ankommenden Menschen mussten ganz praktisch mit Kleidung, Hausrat, Essen und vielen anderen Dingen versorgt werden, so dass unsere Besucherzahlen sich auf bis zu 100 Besucher / Tag erhöhten. Die Abteilung Hausrat, vormals nur ein kleiner Nebenzweig, wurde zu einem eigenständigen dauerhaft notwendigen Angebot. Die Menschen benötigten aber nicht nur lebenspraktische Unterstützung, sondern auch Zuwendung, Anteilnahme, Familienersatz und Freundschaft, den wir mit der Caféarbeit, Unterstützung bei Behördengängen, Übersetzungshilfen, Sozialberatung, aber auch mit der Integration der Menschen in unser Team, auf vielfältige Weise anbieten.

Im Hausaufgabenbereich führten die gestiegenen FIüchtlingszahlen dazu, dass viele Kinder erst verspätet eingeschult wurden und dann keine OG5-Betreuung mehr angeboten werden konnte, so dass sich der Anteil an Kindern mit eigener Fluchterfarung, z.T. ohne jede Deutschkenntnisse auf 50% bei insgesamt steigenden Kinderzahlen erhöhte. Montags bis donnerstags kamen jeweils zwischen 10 und 30 Kinder in den Lichtblick. Viele brachten wegen mangelnder andererAngebote und der belastenden Lebenssituation im Heim auch ihre kleineren Geschwister im Kindergartenalter mit.

Zum Ende Januar 20L6 hat Dörte Knoch dann altersbedlngt und schweren Herzens ihre Arbeit im Lichtblick eingestellt. Wir mussten sie und Karl-Heinz Gagelmann, den Leiter des Hausaufgabenbereiches, der familienbedingt nach Aachen verzog, in einem Festgottesdienst im März des Jahres verabschieden. lhnen beiden gilt auch an dieser Stelle der Dank aller aus Gemeinde, Besuchern und Team.

Entwicklungen / Neuerungen im Sozialzentrum:
Diese veränderte Gesamtlage und Personalsituation erforderte grundlegende Umstrukturierungen in Leitung und Angeboten, damit wir besser den verschiedenen Bedürfnissen der verschiedenen Gruppen (Stammbesucher, ältere Menschen, Geflüchtete, Wohnungslose und Kinder) gerecht werden können. Dabei ist es unser Ziel, Vorurteile abzubauen, gemeinsam Werte wie Toleranz und Offenheit zu leben und Hilfen zur Tagestrukturierung zu geben, damit gesellschaftliche Teilhabe und Mitarbeit gelingen kann. Das ist für uns der Kern von Integration und der Lichtblick konnte und darf auch weiterhin hierzu einen lohnenden Beitrag leisten:

Hierzu wurden klare Strukturen der Offnungszeiten der unterschiedlichen Dienste eingeführt, die Betreuungszeiten für die Kinder ausgeweitet und neu strukturiert, wöchentliche Teamsitzungen, Mentoring eingeführt.

  • Einmal wöchentlich biten wir eine qualifizierte Sozialberatung, die in finanzieller Hinsicht Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht.LichtblickTeam beim Frühstück
  • Das frisch gekochte Abendessen an zwei Abenden die Woche gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Alltags aller Besucher. Begonnen im Gedanken als Zeit für
    unsere langjährigen Gäste hat es sich über ein international gekochtes Essen von Deutschen und Geflüchteten zu einem guten Beitrag zum Zusammenwachsen der verschiedenen Gruppen entwickelt.
  • Das Team für die Kinder konnte seit Sommer, dank einiger Großspenden um eine Erzieherin im Anerkennungsjahr, zwei FS.J-ler aus dem Checkpolnt und neu um einen FSJ-ler aus dem Lichtblick erweitert werden. DasTeam wird geleitetvon Erzieher und Diakon Michael Frank. Montags bis donnerstags kommen jetzt 10-15 Kindern zur Hausaufgabenbetreuung mit Mittagessen von 11:30 bis 15:30 Uhr. Ab 14:30 öffnet parallel das Kreativcafé im Jugendcafé Checkpoint, in dem bis zu 30 Kinder nach Fertigstellung der Hausaufgaben spielerisch pädagogisch begleitet werden. Hier braucht es auch weiterhin das finanzielle Engagement vieler.
  • In allen Diensten arbeiten Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen (Arabisch, Farsi, Englisch, Französisch), viele mit eigener, teils noch aktueller Fluchterfahrung, ehrenamtlich und ermöglichen es uns so, Menschen unterschiedlichster Herkunft zu begrüßen.
  • In allen Ausgaberäumen konnten wir die Ausstattung mit Regalen und Schränken verbessern. Besonders fÜr den Hausratsraum wurden Schwerlastregale angeschafft, die nun auch gut das Gewicht von Geschirr und Töpfen etc. traoqn können
  • Dank einer großzügigen Sachspende in Form von Regalen und Büromöbeln konnten wir Ordnung in unsere Keller bringen und das Büro zu einem guten Arbeits- und Beratungsraum umbauen.
  • Unser Team ist erfreulicherweise wieder auf ca. 30 Personen angewachsen. Wir leben gemeinsame Arbeit und Kollegialität mit über L0 Nationen und 5 Sprachen. Für viele stellt die Arbelt bei uns ein wichtiges Element der Tagesstrukturierung dar und sie können hier nicht nur Gemeinschaft finden, Deutsch und hiesige Arbeitsabläufe kennenlernen, sondern sie geben in vielfältiger Weise heute schon Dinge an unsere Gesellschaft zurück.
  • In diesem Jahr planen wir weitere Verbesserungen in der Küchenausstattung: Eine neue Profispülmaschine, lnduktionskochfeld und Backofen werden gebraucht. Es wird aber noch weitere Unterstützung von Nöten sein.
  • Last but not least: Wir, Michael Frank und Marion Ziemann sind, seit dem 01.08.2016 bzw. 01.03.2016 gemeinsam im Lichtblick aktiv. Dank Ihrer und der Unterstützung des Teams konnte der Führungsstabwechsel finanziert werden und gelingen.

Auch in 2017 möchten wir weiterhin Anlaufstelle für viele Hilfesuchende sein. Wir leben Gemeinschaft mit den Menschen, teilen unsere Werte und lassen sie ihre Gaben entdecken, so dass sie sich selbst einbringen können und so ein Vielfaches an Andere zurückgeben können. Das Sozialzentrum Lichtblick versteht sich mit seinen Angeboten als ein Teil des LebensWert-lserlohn-Hauses

Spendenkonto Ev. Kirchenkreis Iserlohn, DE89 3506 0190 2001 1690 26
Stichwort: Sozialzentrum Lichtblick

 

Lebenswert Haus

www.Lebenswert-Iserlohn.de

Sparkasse Iserlohn, DE38 4455 0045 0000 1825 27

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