Andacht zum Losungsspruch für November 2016

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. 2. Petrus 1,19

Unter den vielen Gaben, die Gott uns schenkt, ist auch die prophetische Gabe in der Bibel genannt. Und wenn der jetzige Monatsspruch heute noch gültig ist, gibt es tatsächlich noch immer Menschen, die ein „prophetisches Wort“ von Gott erhalten. Doch was ist das eigentlich, so ein prophetisches Wort?

Nach diesem Vers zu urteilen ist es auf alle Fälle kostbar! Es soll unbedingt gehört und bewahrt werden. Es ist ein Licht in der Dunkelheit. Es schenkt Klarheit in einer undurchsichtigen Situation. Es schenkt Orientierung, es wärmt vielleicht auch und beruhigt. Das prophetische Wort trägt und hält, ganz besonders in den Momenten, wo Gottes Gegenwart vielleicht nicht spürbar ist, wo die Nacht nicht enden will. Es scheint so lange, bis der Zweifel, das Gefühl der Verlassenheit schwindet. Es scheint, bis der „Morgenstern“, also Jesus, wieder im Herzen angekommen ist, dort aufgeht, es doch wieder Tag wird.

Die ersten Christen, die noch hofften, Jesus käme zu ihren Lebzeiten wieder, bemühten sich, die Erinnerung an Jesus und seine Predigt lebendig zu erhalten. Einige davon bekamen von Gott so viel Weisheit geschenkt, dass sie „Zeitansagen“ machen konnten. Das waren Aussagen über Jesus und über Gott, die – manchmal auch mahnend - nach vorne schauten, einen Horizont aufrissen, eine neue Sicht und Mut zum Weitergehen schenkten. Solche Worte halfen den Gemeinden durchzuhalten in der Zeit des Wartens.

Doch woran ist heute ein prophetisches Wort erkennbar?

Prophetische Worte sind

  • Aussagen, die für den persönlichen Glauben förderlich sind – Licht ins Dunkel bringen.
  • solche, die die persönliche Entwicklung oder die der Gemeinde in den Blick nehmen.
  • Erkenntnisse, die nach wie vor - zukunftsweisend - eine politische Brisanz haben können.
  • immer im Einklang mit den biblischen Schriften!

Prophetische Erkenntnisse haben demnach nichts mit hellseherischen Fähigkeiten zu tun. Echte Propheten haben zudem kein Interesse daran, selbst besonders berühmt oder anerkannt zu sein, sondern mussten - schon zu alttestamentarischer Zeit - oft aufgrund ihrer Zeitansage leiden, weil diese unbequem war. Echte Propheten nehmen sich zu Herzen, dass Jesus in der Bergpredigt davor warnt, über andere zu richten.

Ich wünsche uns heute Weisheit, die echten Prophetinnen und Propheten unter uns zu erkennen, die uns ermutigen und leiten, die Klarheit bringen und Horizonte aufreißen!

Rahel Schöttler, Pfarrerin

 

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