Unser Gemeindeportrait

Entstehung und Name

Iserlohn ist eine Stadt mit gut 94.000 Einwohnern im Nordwesten des Sauerlandes in Nordrhein-Westfalen, ca. 30 km südlich von Dortmund und 15 km östlich von Hagen. Iserlohn ist etwa je zur Hälfte evangelisch und katholisch.

Die Evangelische Versöhnungs-Kirchengemeinde Iserlohn entstand 1996 durch die Aufteilung der Kirchengemeinde Iserlohn in 5 einzelne Gemeinden. Wir sind die Gemeinde, die den Innenstadtbereich von Iserlohn umfasst. Damals hatten wir gut 11.000 Gemeindemitglieder. Von den ursprünglich 12 Pfarrbezirken der ehemaligen Kirchengemeinde Iserlohn übernahmen wir 5 und damit auch die InhaberIn der entsprechenden Pfarrstellen. Das neugebildete Presbyterium hatte damals als abstimmungsberechtigte Mitglieder 5 PfarrerIn und 20 Presbyter.

Für den Namen "Evangelische Versöhnungs-Kirchengemeinde Iserlohn" haben wir uns entschieden, weil wir den Auftrag verspürten, unsere Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus zu verkündigen, aber auch, weil wir das Gefühl hatten, dass Versöhnung unter uns notwendig ist.

Aus fünf mach eins

Sehr schnell bemerkte das Presbyterium, dass es mit dem bisherigen, pfarrbezirksbezogenen Denken und Handeln Gottes Auftrag für unsere Gemeinde nur schlecht erfüllen konnten. Es entstand die These: Aus fünf (Pfarrbezirken) mach eins (eine Kirchengemeinde)! Eine Reihe von verschiedenen Prozessschritten führten zu einem ersten Leitbild, das unsere nächsten Schritte bestimmen sollte.

Wir entdeckten die unterschiedlichen Strömungen und Glaubensrichtungen, die es bei uns gibt. Von Volkskirche, CVJM, EC, Landeskirchliche Gemeinschaft bis hin zu charismatisch ausgerichteten Kreisen. Von Menschen, denen die "Richtung" egal war, Hauptsache die Gemeinschaft stimmt, bis hin zu Menschen, denen eine bestimmte Arbeit, ein bestimmter Dienst wichtig war (und noch ist). Dies alles galt (und gilt noch) es zu versöhnen.

Leider war das nicht mit allen möglich, und so mussten wir uns von einem der 5 PfarrerIn trennen. Diese Pfarrstelle konnte aus finanziellen Gründen nicht neu besetzt werden. In der Folge entstand die Diskussion, ob wir nun einfach aus 5 Pfarrbezirken durch eine andere Aufteilung 4 Pfarrbezirke machen sollten, oder ob nicht die Gelegenheit für einen ganz neuen Schritt genutzt werden sollte.

Stadtkirchenarbeit und Versöhnungstest

Nach einigen Diskussionen ergab sich das neue Konzept: Wir bilden 3 Pfarrbezirke und eine nichtparochiale Stadtkirchenarbeits-Pfarrstelle. Ausdrücklich keine Sonderpfarrstelle, sondern ein Pfarrstelle ohne Bezirk, die integraler Bestandteil unser Gesamt-Gemeindearbeit sein sollte. Das ergab sich auch daraus, weil wir einen Pfarrer mit genau dazu passendem Begabungsprofil hatten (und noch haben).

Mittlerweile waren wir zu weiteren Einsparungen gezwungen. Nachdem wir von ehemals 5 Kindergärten 3 geschlossen, bzw. abgegeben haben, von ehemals 5 Gemeindehäusern 2 geschlossen, bzw. abgegeben haben und uns auch von 2 Pfarrhäusern trennen mussten, kamen wir nicht umhin, uns auch von einer weiteren Pfarrstelle zu verabschieden. Dieser Prozess war sehr schwierig und zugegebenerweise ein Test unseres „Versöhnungszustandes“, zumal im Ergebnis die einzige hauptamtliche Pfarrerin diejenige war, die uns verlassen sollte. Im Presbyterium aber verlief die Entscheidungsfindung, ob, und wer es sein sollte, in großer Versöhntheit.

nicht nur Zahlen:

Wir haben ca. 7.100 Gemeindemitglieder (Stand 2016),
3 Pfarrstellen für hauptamtliche Pfarrer/innen,
1 uns zugeordnete Pfarrstelle im Entsendungsdienst für das Krankenhaus,
2 ehrenamtliche Pfarrerinnen,
2 Prädikanten,
1 A-Musiker-Stelle, die sich ein Kantorenehepaar teilt,
1 C-Musiker-Stelle für einen Posaunenchorleiter,
1 Jugendrefenten (fast komplett aus Spenden finanziert),
14 Presbyter, davon 3 Kirchmeister (für Bau, Finanzen und Inneres).

Wir haben 3 denkmalgeschützte Kirchen, (ca. 1000, 500 und 300 Jahre alt) von denen wir die älteste aus finanziellen Gründen an einen Förderverein abgegeben haben, können und sollen sie aber weiter wie „unsere“ benutzen.
3 Gemeindehäuser
3 Pfarrhäuser
2 Kindergärten, die jetzt zusammen ein Familienzentrum bilden.
Wir haben eine umfangreiche Chorarbeit
       mit Kantorei (ca. 65 SängerInnen),
       Seniorenkantorei (ca. 35 Sänger/innen) und den
       Gospelchor „RiseUp“,
       5 Jugendkantoreigruppen mit ca. 100 Kindern und Jugendlichen
1 Posaunenchor mit etwa 16 BläserInnen
Zusammen mit unseren katholischen Geschwistern gestalten wir ein umfangreiches ökumenische Kirchenmusikprogramm umfasste.

Wichtig ist uns die Entwicklung von Gottesdiensten, die die Menschen erreichen. So feiern wir Sonntags unseren Hauptgottesdienst um 10:30 Uhr wechselweise in einer unserer drei Kirchen und parallel dazu Kindergottesdienst. Nach dem Gottesdienst gibt es (fast immer) Kirchcafé mit ca. 30-70 Besuchern. Am ersten Freitagabend im Monat gibt es den Anbetungs- oder Lobpreisgottesdienst. Regelmäßig gibt es Gottesdienste mit besonderer Ausrichtung. Liturgisch sind wir offen für besondere Gottesdienstelemente.
Immer wieder stellen wir uns die Frage: Wie können wir Gottesdienst feiern, der die Menschen erreicht, ohne unsere Tradition einfach über den Haufen zu werfen?

Unsere Jugendarbeit stellt sich stark den Migrationsproblemen unserer Innenstadt, die Mitarbeiter unseres Sozialzentrums „Lichtblick“ helfen den Menschen bei sozialen Problemen.
Seit 1996 gibt es bei uns im Winterhalbjahr „Iss was“: Montags und Donnerstag ein ökumenischer Mittagstisch für kleines (oder kein) Geld.
Unsere umfangreiche diakonische Arbeit lebt vom Einsatz eines großen Teams von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/inne/n.
Es gibt eine Reihe von Bibel- Gebets- und Hauskreisen. Seit vielen Jahren organisieren wir jährlich mindestens 1 Alpha-Kurs, sowie weitere Glaubenskurse (Stichwort: Religionsunterricht für Erwachsene, u.a.). In den Herbstferien ist Zeit für die Kinderbibelwoche.
Mehr zu dieser sehr umfangreiche Arbeit finden Sie auf dieser homepage.

Diese Darstellung unserer Gemeinde kann nur andeuten, was bei uns los ist, was uns wichtig ist.
Was im Kern über uns gesagt werden kann ist vielleicht dies:

Bei uns darf jeder sein.

Egal welches Alter und Geschlecht, welche Begabung, Intelligenz und „Glaubensrichtung“:

Wir leben Vielfalt.

Daher lautet unser Leitsatz:

versöhnt - verliebt - verbunden

 

Verfasser: Christof E.A. Wiedermann

 

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